© SWR, Foto: Alexander Huber

SWR – Funkhaus Baden-Baden

Ehemaliger SWF-Hauptsitz, heutiger SWR-Sitz

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gründeten im Jahr 1998 die neue öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt „Südwestrundfunk“ (SWR). Der SWR stärkt mit unabhängigem Journalismus, regionaler Vielfalt und Bildungsangeboten die freie Meinungsbildung und verbindet Menschen über Ländergrenzen hinweg.


1998 entstand der SWR durch die Fusion von Süddeutschem Rundfunk (SDR) und Südwestfunk (SWF). Er ist eine gemeinnützige rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts zur Veranstaltung von Rundfunk und digitalen Inhalten in den Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die zweitgrößte Landesrundfunkanstalt innerhalb der ARD. Neben den Hauptstandorten Baden-Baden, Stuttgart und Mainz verfügt der SWR über mehrere Regionalstudios in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Aufgaben des SWR sind angemessen auf die Standorte verteilt.

Im SWR-Staatsvertrag ist festgelegt, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote der „Kultur, Bildung, Information und Beratung“ zu dienen haben. Auch Unterhaltung ist ein Teil des Auftrags (Auszug aus § 3 Abs. 2). Das Programm des SWR soll alle Bevölkerungsgruppen erreichen, sodass sich diese umfangreich über das internationale, europäische, bundesweite und regionale Geschehen informieren können. Damit fördert der SWR die freie und demokratische Meinungsbildung. Der SWR bildet die Vielfalt der Gesellschaft ab und bietet mit seinem unabhängigen Qualitätsjournalismus Orientierung.

Am 31. März 1946 begann das regelmäßige Hörfunkprogramm des SWF aus Baden-Baden. Die Kurstadt war nach dem Zweiten Weltkrieg Hauptsitz der französischen Militärregierung. Das Ziel der französischen Besatzungsmacht war es, so schnell wie möglich eine Rundfunkversorgung aufzubauen. Im Gegensatz zu den anderen drei Besatzungszonen, wie z. B. der amerikanischen Zone in Stuttgart, gab es in Baden-Baden vor dem Zweiten Weltkrieg keine selbstständige Rundfunkorganisation. Aufgrund der fehlenden Infrastruktur startete der Südwestfunk daher vergleichsweise spät mit seinem Programm. Sein Sendegebiet erstreckte sich schließlich auf die gesamte französische Besatzungszone.

Als Vorläufer des SWF diente ab Oktober 1945 Radio Koblenz. Der Hauptsitz der zentralen Rundfunkorganisation unter der französischen Militärregierung wurde jedoch schon Ende 1945 nach Baden-Baden verlagert mit dem Ziel, einen zentralen „Südwestdeutschen Rundfunk“ zu etablieren. Der Name „Südwestfunk“ wurde Ende 1945 eingeführt. Aus Radio Koblenz wurde daraufhin das SWF-Studio Koblenz. Weitere Nebenstellen wurden zwischen 1946-1951 in Kaiserslautern, Freiburg, Tübingen und Trier eingerichtet. Außerdem nahm im September 1951 das neue Landesstudio Rheinland-Pfalz in Mainz seinen Betrieb auf.

Die neu erschaffene Rundfunkorganisation der Alliierten sollte einen föderal organisierten, von Parteien und Regierung unabhängigen, demokratischen Rundfunk gewährleisten. Zunächst hatte die französische Besatzungsmacht selbst noch die alleinige Aufsicht über das Programm. Mit den sogenannten „Ordonnances“ Nr. 187 und 188 vom 30. Oktober 1948 sowie der Verordnung Nr. 198 vom 19. Januar 1949 wurde der SWF dann eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt mit dem Recht auf Selbstverwaltung und der Übergang der neu erschaffenen Rundfunkorganisation in deutsche Hände wurde angestoßen. Nun hatten die deutschen Mitarbeitenden des SWF zunehmend stärkeren Einfluss auf organisatorische und programmliche Themen. Der SWF war Gründungsmitglied der ARD, die im Juni 1950 ihre Arbeit aufnahm.

Am 27. August 1951 wurde schließlich der erste SWF-Staatsvertrag zwischen den Ländern Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg-Hohenzollern unterzeichnet. In den folgenden Jahrzehnten wurde auf der sogenannten Funkhöhe in Baden-Baden der Rundfunk-Campus des SWF erbaut, der mit der Fusion von SDR und SWF im Jahr 1998 Teil des SWR wurde..

Im Herbst 2023 löste das neu erbaute, zentrale Medienzentrum des SWR die Campus-Struktur in Baden-Baden ab. Der Neubau ist eine Antwort auf den digitalen Wandel und die sich verändernden Arbeitsabläufe in den Redaktionen und der Produktion. Durch seine Architektur bietet das Medienzentrum eine nachhaltige, moderne und flexible Arbeitsumgebung, durch die die bisher räumlich getrennten Bereiche Hörfunk und Fernsehen näher zusammengebracht werden.


zum Ort: Südwestrundfunk

Adresse

Hans-Bredow-Straße
76530 Baden-Baden

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