Zwischen Flammen und Freiheit – Wenn Worte verboten sind
Ein Buch nicht auszusortieren, kann unter einer Diktatur eine Entscheidung mit Folgen sein. Solche Handlungen stehen im Mittelpunkt von „Zwischen Flammen und Freiheit – Wenn Worte verboten sind“. Das von uns geförderte Projekt des Verbrannte Orte e. V. verbindet eine modulare Wanderausstellung mit partizipativen Workshops und einem digitalen Bildungsportal. Es erzählt von Widerstand gegen die nationalsozialistische Literaturpolitik und bezieht Jugendliche und junge Erwachsene in die Recherche und Gestaltung von Erinnerung ein. Im Zentrum stehen Meinungsfreiheit, kulturelle Vielfalt und die Frage nach Handlungsmöglichkeiten unter autoritären Bedingungen.
Widerstand zwischen Büchern und Regalen
1933 verbrennen die Nationalsozialisten bei mehr als 160 Bücherverbrennungen die Werke verfolgter Autorinnen und Autoren. Hunderte Schriftstellerinnen und Schriftsteller leisten Widerstand, gehen ins Exil, tauchen unter. Auch im Buchhandel und in Bibliotheken gibt es Menschen, die sich widersetzen: Sie retten verbotene Werke oder verweigern nationalsozialistische Literatur.
Das Projekt richtet den Blick auf diese mitunter wenig bekannten Momente des Widerstands, auf die konkreten Widerstandshandlungen und die Orte an denen dieser Widerstand entstehen konnte. Im Fokus stehen die Bedingungen, unter denen Menschen handeln: um Anpassung und Widerspruch, um Verfolgung, Exil und die Verteidigung freier Literatur. Die lokale Geschichte wird so mit europäischen und internationalen Erfahrungen von Flucht und Widerstand verbunden.
Ausstellung, Workshops und Bildungsportal
Das Projekt ist als Verbindung von Recherche, Ausstellung und Bildungsarbeit angelegt: Im Zentrum die modulare Ausstellung, Orte, Menschen und Handlungen des Widerstand zeigt. Die Ausstellung soll als Leihausstellung auch nach Abschluss des Projekts verfügbar bleiben. So können weitere Einrichtungen die erarbeiteten Geschichten aufgreifen und zum Ausgangspunkt eigener Bildungsarbeit machen.
Die begleitenden Workshops Workshops richten sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene. Sie recherchieren selbst, untersuchen vorhandene Erinnerungszeichen und entwickeln eigene Perspektiven. Ausgangspunkt ist die regionale Geschichte der Bücherverbrennungen und des Widerstands: Die Teilnehmenden erkunden, wie vor Ort erinnert wird und welche Geschichten bislang wenig sichtbar sind.
Aus dieser Arbeit können Ideen für Erinnerungsorte, multimediale Ausstellungselemente oder Social-Media-Beiträge entstehen. Die Beteiligung reicht damit von der historischen Spurensuche bis zur Entscheidung, wie deren Ergebnisse öffentlich vermittelt werden. Vorgesehen ist, Beiträge aus den Workshops im Bildungsportal zu dokumentieren.
Das digitales Bildungsportal dokumentiert die Ergebnisse und macht sie zugänglich. Es versammelt darüber hinaus Biografien sowie Informationen zu Widerstandshandlungen und beteiligten Organisationen und wird schrittweise erweitert.




Demokratiegeschichte über Handlungsmöglichkeiten vermitteln
Der Zugang zur Demokratiegeschichte führt hier nicht zuerst über Verfassungen oder Parlamente, sondern über Menschen, Bücher und konkrete Orte. Bibliotheken, Schulen, Wohnorte verfolgter Autorinnen und Autoren oder Plätze der Bücherverbrennungen werden auf ihre Geschichte von Ausgrenzung und Widerspruch untersucht. An diesen Beispielen lässt sich untersuchen, wie Meinungsfreiheit und kulturelle Vielfalt angegriffen und verteidigt werden. Die Biografien machen unterschiedliche Entscheidungen und Handlungsspielräume sichtbar. Exil und internationales Engagement für verfolgte Literatur erweitern den Blick über Deutschland hinaus.
Von dort führt die Auseinandersetzung in die Gegenwart: zu autoritären und faschistischen Tendenzen und zur Bedeutung von Orten, an denen demokratischer Austausch möglich bleibt. Historische Erfahrungen werden damit zum Ausgangspunkt einer Diskussion über heutige Verantwortung – nicht zur einfachen Gleichsetzung unterschiedlicher Zeiten.
Termine
Eine aktuelle Übersicht aller anstehenden Termine für Ausstellung und Workshops finden Sie hier.




Bildquellen
- : © Verbrannte Orte e. V.
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