Räume der Demokratie. Vom Ratssaal bis zur Mehrzweckhalle
Mit „Räume der Demokratie. Vom Ratssaal bis zur Mehrzweckhalle“ macht die KulturRegion FrankfurtRheinMain Orte zugänglich, an denen kommunale Politik tagtäglich stattfindet und die doch nur wenige Menschen kennen. Fotografin Sonja Schwarz zeigt 20 Sitzungsorte in 19 Kommunen, vom Plenarsaal im Frankfurter Römer bis zum Schulungsraum eines Feuerwehrhauses. Die durch uns geförderte Ausstellung fragt, wie diese Räume gestaltet sind und was das für politische Teilhabe bedeutet. Sie verbindet das mit der Geschichte der lokalen Demokratie nach 1945. Vollständig zu sehen ist sie vom 27. Oktober bis 6. November 2026 in den Römerhallen in Frankfurt und vom 12. bis 23. Dezember 2026 im Landratsamt Groß-Gerau. Vom 10. November bis 3. Dezember zeigen die teilnehmende Kommunen Teile der Ausstellung direkt vor Ort.
Demokratie jenseits des Rathauses




In der Rhein-Main-Region tagen regelmäßig hunderte gewählte politische Gremien auf kommunaler Ebene. Ihre Mitglieder arbeiten größtenteils ehrenamtlich, und ihre Sitzungen finden längst nicht nur im Rathaus statt. Die Ausstellung zeigt deshalb ganz unterschiedliche Räume: Orte, die eigens für politische Beratungen gebaut wurden, Orte, die nur zeitweise oder auch für ganz andere Zwecke genutzt werden, und Orte mit einer bewegten eigenen Geschichte. Neben dem Großen Sitzungssaal im Rathaus Aschaffenburg oder dem Wappensaal im Landgräflichen Schloss Butzbach stehen das Kurhaus in Bad Schwalbach, der Schulungsraum im Feuerwehrhaus Sickenhofen, das Bürgerhaus Zellhausen oder der Große Saal der Jugendkultureinrichtung Junity in Friedberg. Manche Säle tragen ihre Bezüge zur Demokratiegeschichte schon im Namen, etwa der Elisabeth-Selbert-Saal in Hanau, der Georg-Büchner-Saal in Groß-Gerau oder der Anne-Frank-Saal im Saalbau Dornbusch in Frankfurt.
Für das Projekt öffneten die Partner vor Ort ihre Sitzungsräume und stellten die Sitzordnung des jeweiligen Gremiums her. Die Art, wie Menschen sich zusammensetzen, ob gleichberechtigt, auf Augenhöhe und so, dass alle einander sehen, prägt die demokratische Arbeit und macht sie oft erst möglich. Auf den Bildern bleiben die Plätze leer. Sie stehen für die gewählten Mitglieder, die mit jeder Wahl wechseln können, während die Räume und die demokratischen Spielregeln bleiben.



Lokale Demokratie nach 1945
Die Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung ist ein wichtiger Teil der deutschen Demokratiegeschichte nach 1945. Gemeindeordnungen regeln bis heute die Arbeit von Stadtverordnetenversammlungen, Gemeindevertretungen und Ortsbeiräten. Seit den 1970er Jahren spiegeln sich der gesellschaftliche Wandel und die Forderung nach mehr Mitsprache in neuen Formen der Beteiligung: Ausländer-, Frauen-, Senioren- und Inklusionsbeiräte entstanden ebenso wie Kinder- und Jugendparlamente. Historische Aufnahmen, etwa von der Eröffnung des Dorfgemeinschaftshauses Arnoldshain 1958 oder einer Informationsveranstaltung des Magistrats im Haus Dornbusch 1979, vermitteln den historischen Zeithintergrund.
Magazin, Website und Führungen
Ein kostenfreies Begleitmagazin bietet weitere Informationen zur Geschichte der Demokratie, zu allen ausgewählten Orten und zu den Gremien, die dort tagen. Es liegt an allen Ausstellungsorten aus, solange der Vorrat reicht. Ergänzend stellt die KulturRegion die Inhalte auf ihrer Website bereit. Zur Eröffnung in den Römerhallen am 26. Oktober sprechen Dr. Ina Hartwig, Aufsichtsratsvorsitzende der KulturRegion und Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main, und unser Referent für Projektförderung David Barth. Danach führen Sonja Schwarz sowie Christian Hahn und Holger Köhn vom Büro für Erinnerungskultur durch die Ausstellung.
Ausstellung besuchen
Die gesamte Ausstellung ist vom 27. Oktober bis 6. November 2026 in den Römerhallen in Frankfurt am Main zu sehen, täglich von 11 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Am Samstag, 31.10., 15 Uhr, und am Sonntag, 1.11. um 11 Uhr, finden öffentliche Führungen statt. Ein zweites Mal ist sie vom 12. bis 23. Dezember 2026 im Landratsamt Groß-Gerau zu sehen. Vom 10. November bis 3. Dezember 2026 sind Teile der Ausstellung direkt an den beteiligten Orten zu sehen: in Aschaffenburg, Bingen am Rhein, Geisenheim, Hanau, Kronberg im Taunus, Niederdorfelden, Friedberg, Schmitten und Michelstadt. Bereits vom 1. bis 22. Oktober waren Teile in Maintal, Mainhausen, Babenhausen, Roßdorf, Offenbach am Main, Bischofsheim und Butzbach ausgestellt. Öffnungszeiten bei den jeweiligen Kommunen.
Projektpartner und Förderung
„Räume der Demokratie“ ist ein Projekt der KulturRegion FrankfurtRheinMain in Kooperation mit 19 Kommunen im Rahmen von „Demokratie bauen!“ und der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Ausstellung, Begleitmagazin und Programm hat das Büro für Erinnerungskultur umgesetzt. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und WDC 2026.
Bildquellen
- Sonja Schwarz bei der Arbeit: Büro für Erinnerungskultur
