Hans Lukaschek (1885–1960) steht exemplarisch für die Verbindung von Demokratiegeschichte, deutscher Geschichte in Ostmitteleuropa und europäischer Verständigung. Der in Breslau geborene Jurist war als Bürgermeister, Landrat und Oberpräsident in Oberschlesien tätig und setzte sich in der konfliktreichen deutsch-polnischen Grenzregion für Ausgleich und Minderheitenschutz ein. Nach 1933 wurde er aus seinem Amt entfernt und schloss sich dem Kreisauer Kreis an. Nach seiner Verhaftung im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen Hitler engagierte er sich nach 1945 am demokratischen Wiederaufbau. Als Mitbegründer der CDU und erster Bundesminister für Angelegenheiten der Vertriebenen prägte er den Umgang der jungen Bundesrepublik mit Flucht und Vertreibung. Dabei verstand er die Vertriebenenfrage nicht nur als deutsches, sondern als europäisches Problem. Lukascheks Lebensweg verbindet somit Weimarer Demokratie, Widerstand gegen die Diktatur, die Erfahrung der ehemaligen deutschen Ostgebiete, Integration und europäische Verständigung. Damit wäre er eine wichtige Ergänzung der „Köpfe der Demokratie“.
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