Der 18. März ist ein bedeutendes Datum der berliner Demokratiegeschichte. Am 18. März 1848 erreichte die Revolution von 1848 mit den Berliner Barrikadenkämpfen einen ersten Höhepunkt. Am 18. März 1990 entschieden sich die Bürgerinnen und Bürger der DDR bei der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl mit großer Mehrheit für die Wiedergewinnung der deutschen Einheit und gegen die Weiterexistenz der DDR.
Im erinnerungskulturellen Areal rund um das Brandenburger Tor hat mit dem Platz des 18. März die Demokratiegeschichte einen symbolischen Ort gefunden. Der Platz des 18. März erinnert an Revolution und Reform, an die Politik der Straße und die des Parlaments. Er erinnert daran, dass 1990 mit der Volkskammerwahl und den damit verbunden Freiheiten von Versammlung, Meinung und Presse die DDR schon vor der deutschen Einheit zur Demokratie wurde. Er ergänzt damit die dortige Erinnerung an den Nationalsozialismus (Denkmale für den Holocaust; verfolgte Sinti und Roma, Homosexuelle) und die SED-Diktatur (Straße des 17. Juni) und die deutsche Teilung (Brandenburger Tor). Mit dem Platz des 18. März wurde die schon 1848 erhobene Forderung nach einem Denkmal für die Revolution in der Stadt, rund 150 Jahre nach den Ereignissen, erfüllt.
Am 18. März kam es in Berlin zu Barrikadenkämpfen mit 270 Toten, darunter 11 Frauen und 10 Kinder bzw. Jugendliche. Am 22. März wurden diese „Märzgefallenen“ unter größter Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. König Friedrich Wilhelm IV. verneigte sich vor den Toten, berief liberale Politiker in seine Regierung und versprach, sich für die Einheit Deutschlands einzusetzen.
Am 18. März 1990 hat die letzte Wahl zur Volkskammer der DDR stattgefunden. Sie war zugleich die erste und einzige freie Wahl zur Volkskammer, einer Volksvertretung, die bis dahin nur zur Absicherung der Vorherrschaft der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) gedient hatte. Die Wahlbeteiligung betrug 93,4 %. Sieger war das Wahlbündnis Allianz für Deutschland, bestehend aus der ehemaligen Blockpartei CDU, der neu gegründeten Deutschen Sozialen Union (DSU) und dem Demokratischen Aufbruch (DA). Die friedliche Revolution hatte gesiegt, die Diktatur war beendet, der Weg zur Einheit in Freiheit stand offen.
Der maßgebliche Akteur der Umbenennung des Platzes, die "Aktion 18. März", führt seit 1998, dem 150. Jubiläum der Berliner Barrikadenkämpfe, jedes Jahr am 18. März eine Veranstaltung auf dem Platz durch. Ihr Motto lautet „Für demokratische Tradition und revolutionären Geist“. Sie fordert, den 18. März zum nationalen Gedenktag zu erklären und den Geist des Völkerfrühlings in die Herzen und Köpfe zu tragen.
zum Ort: Aktion 18. März

Brandenburger Tor
Berlin
Friedhof der Märzgefallenen
Berlin