© Martin Düspohl

Friedhof der Märzgefallenen

Berlin

Den Friedhof der Märzgefallenen schufen die Revolutionäre für die gefallenen Berliner Barrikadenkämpfer des März 1848 – darunter auch Frauen. Seit fast 175 Jahren finden an diesem einzigartigen Ort Gedenkfeiern statt, werden Freiheits- und Menschenrechte eingefordert und der Revolutionäre gedacht.


Die Revolution von 1848 war die erste europaweite Bewegung für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Damals legten die Revolutionäre wichtige Grundsteine für unsere heutige Demokratie – auch in Berlin, das damals neben Paris und Wien die dritte wichtige Revolutionsmetropole Europas war. 255 Tote der Berliner Barrikadenkämpfe vom 18. März 1848 wurden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem eigens dafür angelegten Friedhof der Märzgefallenen beerdigt. Dies geschah unabhängig von ihrer evangelischen, katholischen und jüdischen Religionszugehörigkeit. Von Anfang an fanden auf dem Friedhof zusätzlich zur privaten Trauer der Angehörigen Massendemonstrationen und politische Gedenkfeiern für Freiheits- und Menschenrechte mit tausenden Teilnehmern statt. Auch die ersten Toten der Revolution 1918/19, insgesamt 29 Menschen, wurden auf dem Friedhof der Märzgefallenen bestattet. Er war für die ZeitgenossInnen ein symbolträchtiger und weithin bekannter Ort.

Heute ist der Friedhof der Märzgefallenen ein Lernort für Demokratie mit umfassendem Bildungsangebot. In einem umgebauten Seecontainer vor dem Friedhof wird die Geschichte der Berliner Märzrevolution in ihrem europäischen Kontext erzählt. Eine über das Gelände verteilte Außenausstellung erzählt die wechselvolle Geschichte des Ortes in den verschiedenen politischen Systemen. Eine eigene Themeninsel beschäftigt sich mit der Revolution 1918/19. Zum 175. Jubiläum soll 2023 ein Besucherzentrum entstehen, für das der Deutsche Bundestag und das Berliner Abgeordnetenhaus bereits die notwendigen Mittel bereitgestellt haben.


zum Ort: Ausstellungs- und Gedenkort Friedhof der Märzgefallenen