Bundesarchiv, Bild 183-S33388

Liberaler Streiter für Sozialpolitik und Volksbildung

Max Hirsch

30.12.1832 - 26.6.1905

Gemeinsam mit Franz Duncker begründete Max Hirsch mit den nach ihnen benannten Gewerkvereinen die liberale Gewerkschaftsverbindung. Darüber hinaus war Hirsch auch Teil der parlamentarischen Entwicklung des Liberalismus und dem pazifistischen Vereinswesen.


Max Hirsch wurde als Sohn einer Arbeiterfamilie in Halberstadt geboren, trotzdem ermöglichte ihm der Schulbesuch des Magdeburger Domgymnasiums das Abitur und damit eine akademische Karriere. In Tübingen, Heidelberg und Berlin studierte er unter anderem Jura und Nationalökonomie. Zurück in Magdeburg betätigte er sich seit 1863 zunächst als Kaufmann und Verlagsbuchhändler. Gleichzeitig engagierte er sich in verschiedenen Vereinen, die Arbeitern Bildungsangebote machten. Auf einer Reise nach England lernte er 1868 die dortigen, überparteilich agierenden Trade Unions kennen. Zurück in Deutschland und nun nach Berlin übergesiedelt, gründete Hirsch im selben Jahr mit Franz Duncker die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine. Im Kern bemühten sie sich damit um eine Verbesserung der Arbeitnehmerrechte und ihrer sozialen Lage, ohne eine dezidierte Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern zu suchen. Gleichzeitig war Hirsch auch nicht überzeugt von der Idee staatlicher Unterstützung, sondern plädierte für das System der Selbsthilfe.

Neben seinem Engagement in der liberalen Gewerkschaftsbewegung betätigte sich Hirsch auch als Parlamentarier. Von 1869 bis 1893 saß er für die Fortschrittspartei, später die Freisinnige Partei im Reichstag des Norddeutschen Bundes und schließlich im Reichstag des Kaiserreiches. Darüber gehörte er zu den frühen Förderern der pazifistischen Bewegung. So war er Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft und führte die deutsche Delegation der Interparlamentarischen Union, ein früher europäischer Zusammenschluss von Parlamentariern zur Wahrung des Friedens, an.