Orte der Demokratiegeschichte – Eine Deutschlandkarte

Seit April 2024 erweitern wir das Projekt „Deutschlandkarte der Demokratie“. Es besteht aus zwei zentralen Elementen: einer digitalen Plattform und einer analogen Plakette. Ziel ist es, Demokratiegeschichte vor Ort zugänglich zu machen und zur Auseinandersetzung mit demokratischen Werten anzuregen.
Die „Deutschlandkarte der Demokratie“ ist eine Bestandsaufnahme von Orten, an denen die Demokratiegeschichte der heutigen Bundesrepublik Deutschland geschrieben wurde. Uns geht es um historische Ereignisse, Prozesse, Organisationen und Institutionen, in denen Individuen und Gruppen um die Verwirklichung von Grund- und Menschenrechten, Mitbestimmung, freien Wahlen und Parlamentarismus, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit in Staat und Gesellschaft gerungen haben.
Über die digitale Plattform „Deutschlandkarte der Demokratie“ werden derzeit 261 Orte in allen Teilen des Landes sichtbar gemacht, an denen Demokratiegeschichte geschrieben oder an die für Demokratie bedeutenden Ereignisse erinnert wird (Stand: 31.12.2025). Die Spannbreite reicht von bekannten Orten wie der Frankfurter Paulskirche und der Nikolaikirche in Leipzig hin zu Erinnerungs- und Ereignisorten wie dem St. Germanshofer Studentensturm, dem Funkhaus von Radio Bremen oder dem Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel. Damit zeigt die Karte, dass Menschen in allen Regionen Deutschland für Grundrechte, Mitbestimmung und Rechtsstaatlichkeit eingetreten sind.
Das Projekt wurde 2020 von der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte e. V. (GEDG) und dem Weimarer Republik e. V. entwickelt.
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Zur Liste aller Orte der Demokratiegeschichte
Was ist ein Ort der Demokratiegeschichte?
Demokratiegeschichte untersucht historische Ereignisse, Prozesse, Organisationen und Institutionen, in denen Individuen und Gruppen um die Verwirklichung von Grund- und Menschenrechten, Mitbestimmung, freien Wahlen und Parlamentarismus, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit in Staat und Gesellschaft gerungen haben – egal ob die konkreten Bemühungen im Einzelfall von Erfolg gekrönt waren oder nicht. Orte der Demokratiegeschichte sind dann physische oder symbolische Orte, an denen die Erinnerung an diese Demokratiegeschichte kristallisiert.
Auf der Deutschlandkarte findet man sowohl Orte, an denen wichtige Ereignisse der Demokratiegeschichte stattgefunden haben, als auch Orte, an denen an diese Ereignisse erinnert wird. Markierungen zeigen, wo über Verfassungen diskutiert wurde und historische Parlamente getagt haben. Wo Grundrechte mit Argumenten eingefordert oder mit Waffen erstritten wurden. Wo Parteien gegründet wurden und Protestbewegungen sich zu Wort gemeldet haben. Große Museen und Denkmäler sind ebenso verzeichnet wie unscheinbare Plätze oder Orte, die es so gar nicht mehr gibt. Die Vielfalt der Orte spiegelt die Vielfalt der Demokratie wider.
Wie kann ich mitmachen?
Die Deutschlandkarte der Demokratie soll dazu ermutigen, im kommunalen und regionalen Umfeld nach weiteren, bislang unbekannten Orten der Demokratie zu suchen und neue Themenfelder der Demokratiegeschichte zu erschließen. Die Plattform will keinen abgeschlossenen Kanon bieten. Sie wird vielmehr, ähnlich wie die Demokratie, in einem dynamischen Prozess ständig erweitert und fortgeschrieben.
Laufend erscheinen neue Orte auf der Deutschlandkarte. Zum Teil auf Vorschlag von engagierten Bürger:innen vor Ort; zum Teil kuratiert von Expertengremien. Wir suchen Kontakt mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Gerne nehmen wir Ihre Anregungen entgegen und suchen mit Ihnen gemeinsam nach neuen Orten, mit denen wir die Karte erweitern können. Machen Sie also mit bei diesem Prozess und nennen Sie uns Ihre Orte der Demokratiegeschichte!
