Stadtarchiv Zweibrücken

Ebert-Erzberger-Rathenau-Denkmal

Zweibrücken

Das Denkmal wurde vom Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold auf dem Hilgardplatz zur Ehrung dreier führender Politiker der Weimarer Republik errichtet. Die Einweihung am 11. September 1932 war eine großartige Kundgebung für Freiheit und Demokratie. Neben dem preußischen Innenminister Carl Severing waren 15.000 Menschen angereist.


Mit der Einweihung des Denkmals am 11. September 1932 setzte das Reichsbanner ein deutliches Zeichen. Die Mobilisierung von 15.000 Unterstützern und Unterstützerinnen zeigte, dass die Republik immer noch eine breite Unterstützung hatte. Mit dem ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupt und den zwei von Rechtsradikalen ermordeten Ministern ehrte das Denkmal drei herausragende Vertreter des demokratischen Parlamentarismus. Für die Nationalsozialisten waren die drei Politiker jedoch Hassobjekte. Das Symbol für die Demokratie wurde folglich in der Nacht zum 9. März 1933 mit einem Pferdefuhrwerk umgeworfen. Die Polizei ermittelte keine Täter, obwohl es ein offenes Geheimnis in der Stadt war, wer an der Aktion beteiligt war. Die Steinblöcke wurden in den städtischen Bauhof  ge­bracht und waren nach dem Krieg verschwunden.

Nach dem Krieg wurde das Denkmal nicht wieder aufgebaut. Anfang der 2000er Jahre fertigten BerufsschülerInnen ein Modell im kleinen Maßstab an. Zur 90. Wiederkehr der Einweihung stellte die Stadt gemeinsam mit dem Historischen Verein Zweibrücken e.V. eine Gedenktafel auf, die Teil des historischen Stadtrundgangs ist.

In Zusammenarbeit mit: Stadtmuseum/Stadtarchiv Zweibrücken, C. Glück

Schlagworte

Weimarer Republik

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"Am 11. September wurde in Zweibrücken (Pfalz) ein Denkmal für Ebert-Erzberger-Rathenau eingeweiht. ... Der Stadtrat von Zweibrücken hatte auf einen nationalsozialistischen Antrag hin die Übernahme des Denkmals in den Schutz der Stadt abgelehnt. Für diesen Antrag haben auch die kommunistischen 'Einheitsfrontler' gestimmt. Das nazihörige Bürgertum fühlte sich in dieser saubern Gesellschaft wohl."

Das Reichsbanner, 9. Jahrgang Nr. 38, 17. Sept. 1932, S.304