Landschaftliches Haus

Braunschweig

Bereits im Herzogtum Braunschweig als Sitz des Landtages genutzt, trat hier auch der Landtag des Freistaates Braunschweig ab 1918 zusammen. Kurzzeitig wurde hier Otto Grotewohl (SPD) Volksbildungsminister.


Das Gebäude stammt aus den 1790er-Jahren und steht für die gewachsene Bedeutung des repräsentativen Organs am Übergang von der absolutistischen zur konstitutionellen Herrschaft. Nachdem fast 80 Jahre die Landstände nicht mehr zusammengekommen waren, musste Herzog Karl I. 1768 die Vertreter in Braunschweig zusammenrufen, um einen drohenden Staatsbankrott abzuwenden. Mit dem eigenen Gebäude - davor hatten die Landstände an unterschiedlichen Orten getagt - erfuhr der Landtag eine stärkere Institutionalisierung und konnte seine Kontrollfunktionen im Laufe des 19. Jahrhundert immer effektiver ausüben. Im Dezember 1918 wurde der Landtag zum ersten Mal frei gewählt. Da das Gebäude 1944 zerstört wurde, tagte der ernannte Landtag 1945/46 in der Kant-Hochschule (heute: Haus der Wissenschaft) bis zur Eingliederung Braunschweigs in das Land Niedersachsen.

Heute beherbergt das Gebäude das Amtsgericht Braunschweig.