In der Paulskirche tagte 1848-49 die erste Volksvertretung, die von Bürgern aus ganz Deutschland gewählt worden war. Frauen durften zu diesem Zeitpunkt weder gewählt werden noch wählen. Die Abgeordneten erarbeiteten eine demokratische Verfassung, deren Grundprinzipien wegweisenden Charakter hatten.


Die Paulskirche wurde 1789 bis 1833 erbaut und diente bis 1944 als evangelische Hauptkirche Frankfurts. Im Jahr der Revolution besaß die Kirche den größten und gleichzeitig modernsten Saal Frankfurts und bot sich daher als Sitzungsort der Nationalversammlung an. In aller Eile wurden die nötigen Umbauten vorgenommen. Damit die Nationalversammlung auch in den Wintermonaten tagen konnte, erhielt die Kirche zum Jahreswechsel 1848/49 eine hochmoderne Fußbodenheizung. Auch deshalb konnten die Parlamentarier im März die Paulskirchenverfassung verabschieden, mit der eine konstitutionelle Monarchie in einem geeinten deutschen Bundesstaat geschaffen werden sollte. Grundrechte waren viel umfassender garantiert, vor allem Pressefreiheit, Freizügigkeit, Versammlungsfreiheit, Glaubensfreiheit und die Gleichberechtigung der Konfessionen.

Im März 1944 brannte die Paulskirche bei einem Luftangriff komplett aus. Ab 1947/48 wurde sie wieder aufgebaut, als eines der ersten Gebäude in Frankfurt. Seither wird die Paulskirche gemäß ihrer demokratischen Vergangenheit als Ausstellungs-, Gedenk- und Versammlungsort genutzt. Im Innenraum erinnert nur wenig an den Zustand zu Zeiten der Nationalversammlung. Im Untergeschoss befindet sich die Dauerausstellung "Die Paulskirche. Symbol demokratischer Freiheit und nationaler Einheit"; im Versammlungssaal im Obergeschoss werden unter anderem der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und der Goethepreis der Stadt Frankfurt verliehen.