Am 7. September 1830 vertrieben Braunschweiger BürgerInnen den “Diamantenherzog” Karl II. aus dem Schloss der Stadt. Unter seinem Nachfolger wurde eine “Neue Landschaftsordnung” erlassen, die unter anderem den Etat des Fürsten festschrieb – eine bis heute zu Unrecht vergessene erfolgreiche Revolution.


In der Revolutionsnacht brannte das Schloss komplett ab, die Wachtruppen griffen nicht ein. Der Braunschweiger Volksaufstand führte nicht nur zu einem von unten erzwungenen Machtwechsel, sondern konnte auch wichtige politische Forderungen nach einer Machtbegrenzung des Herrschers durchsetzen. Damit erfüllen die Ereignisse Kernkriterien für eine erfolgreiche Revolution.

Wenig erinnert heute jedoch an diese Revolution. Der Neubau des Schlosses von 1831 wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört. 2007 wurde an gleicher Stelle und mit weitgehend original rekonstruierter Fassade ein Einkaufszentrum eröffnet. Dort fand unter anderem auch das Schlossmuseum eine Heimat, dessen Dauerausstellung den Lebensstil des Hofes ins Zentrum rückt und die Hintergründen des Schlossbrandes kaum thematisiert.


zum Ort: Stiftung Residenzschloss Braunschweig