Das Grenzmuseum Schifflersgrund ist eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art am ehemaligen Eisernen Vorhang in Deutschland und Europa. Neben der Erinnerung an Leid und Opfer von Teilung und SED-Diktatur setzt sich das Museum seit 35 Jahren mit großem bürgerschaftlichem Engagement dafür ein, Demokratie und Freiheit zu stärken.
Der Schifflersgrund ist eine Geländesenke zwischen Hessen und Thüringen, entlang der von 1949 bis 1989 die innerdeutsche Grenze verlief. Auch hier wurden die DDR-Sperranlagen zu einem mörderischen Bollwerk ausgebaut. Am 29. März 1982 wurde der 34-jährige Eichsfelder Heinz-Josef Große im Schifflersgrund beim Fluchtversuch von zwei DDR-Grenzsoldaten erschossen. Wenige Wochen später errichteten Bundesbürger daraufhin auf hessischer Seite einen Gedenkort. Nach der Grenzöffnung und der Deutschen Einheit folgte im Schifflersgrund der Aufbau des gleichnamigen Grenzmuseums durch Anwohner aus der Umgebung wie auch die Erhaltung der ehemaligen Sperranlagen. Bereits am 22. Dezember 1990 gründete sich dazu der Arbeitskreis Grenzinformation als gemeinnütziger Trägerverein. Am 3. Oktober 1991 öffnete das Grenzmuseum schließlich als eine der ersten Einrichtungen ihrer Art am ehemaligen Eisernen Vorhang. Mit großem zivilgesellschaftlichem Engagement konnte der Erinnerungs- und Lernort etabliert und ständig weiterentwickelt werden. Bis heute nimmt Ehrenamt eine tragende Rolle ein.
Heute informiert eine moderne und multimediale Ausstellung über die Geschichte der Teilung, das Leben mit der Grenze und die Deutsche Einheit. Im Außengelände laden zahlreiche historische Relikte wie auch der TOP-Grenzwanderweg Schifflersgrund dazu ein, Geschichte zu entdecken. Außerdem verfügt das Museum über verschiedene Angebote zur historisch-politischen Bildung.
zum Ort: Arbeitskreis Grenzinformation e.V.
