Haus Posen
Im Haus Posen bei Kassel erarbeiteten 1948 deutsche und alliierte Expertinnen und Experten unter alliierter Aufsicht die Grundlagen einer Währungsreform in den Westzonen. Die Einführung der D-Mark stabilisierte die Wirtschaft und ebnete den Weg für den Aufbau der jungen Bundesrepublik.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Reichsmark wertlos, Schwarzmarkt und Zigarettenwährung prägten den Alltag. Die Westalliierten suchten einen abgeschiedenen Ort für geheime Beratungen: Vom 20. April bis 8. Juni 1948 tagte das Konklave von Rothwesten im Haus Posen auf dem ehemaligen Fliegerhorst. Zehn deutsche Finanzexperten, unter US-Überwachung interniert, entwarfen 22 Gesetze und Verordnungen zur Währungsreform. Am 20. Juni 1948 führte Ludwig Erhard die D-Mark ein und hob Preisbindungen auf – der Startschuss zum Wirtschaftswunder. Diese Stabilisierung schuf die wirtschaftliche Basis für die Festigung der Demokratie in der Bundesrepublik, wie Helmut Schmidt betonte.
Das Haus Posen steht unter Denkmalschutz und beherbergt eine Ausstellung mit originalen Räumen, Einrichtungsgegenständen und Infos zur Reform. Besucher erleben Vorträge, ein Café und einen digitalen Rundgang.
