Weidigstadt Butzbach
Die Stadt Butzbach trägt seit Dezember 2025 offiziell die Plakette „Ort der Demokratiegeschichte“. Damit wird das Museum Butzbach als ein zentraler Erinnerungsort der frühen deutschen Demokratiebewegung und das kommunale Engagement der Stadt, ihre lokale Geschichte als Teil der demokratischen Tradition sichtbar zu machen, gewürdigt.

Friedrich Ludwig Weidig – Lehrer, Publizist, Demokrat
Friedrich Ludwig Weidig (1791–1837) gehörte zu den prägenden Personen des Vormärz. Der aus Oberkleen stammende Theologe, Pädagoge und Publizist verband Ideen der Turnerbewegung mit politischen Freiheitsbestrebungen und hoffte auf ein konstitutionelles, geeintes Deutschland. Bereits als Lehrer und Rektor in Butzbach trat er für kritisches Denken und gesellschaftliche Verantwortung ein – Ideen, die ihn bald in den Fokus der Behörden rückten.
Nach seiner Begegnung mit Georg Büchner 1833 gab er ein Jahr später Büchners kritische Schrift Der hessische Landbote heraus, die soziale Ungerechtigkeit und staatliche Willkür anprangerte. Mit der berühmten Parole „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ gab Weidig der Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsschichten eine Stimme. Sein Engagement führte zu Verhören, Haft und schließlich seinem Selbstmord. Weidig wurde damit zu einer Symbolfigur des frühen politischen Widerstands und zu einem der Märtyrer der deutschen Freiheitsbewegung.
Butzbach als Erinnerungsort der Demokratiegeschichte

In Weidigs Wirkungsstätte Butzbach verbindet das Museum historische Forschung mit zeitgemäßer Vermittlung. Die neu konzipierte Dauerausstellung widmet sich dem Leben und Wirken des engagierten Lehrers und zeigt, wie eng Bildung, Bürgersinn und Widerstand im Vormärz miteinander verbunden waren. Neben originalen Dokumenten und Objekten veranschaulichen Medienstationen, Filmsequenzen und inszenierte Dialoge das Netzwerk und die Ideenwelt Weidigs – und stellen Bezüge zu den gesellschaftlichen Umbrüchen seiner Zeit her.
Bildquellen
- Übergabe der Plakette: (c) Rüdiger Fanslau
