Karte der Demokratiegeschichte

Demokratie braucht Orte, an denen ihre Geschichte lokalisiert, markiert, sichtbar und erfahrbar wird. Die „Karte der Demokratiegeschichte“ zeigt solche Orte, die für demokratische Traditionen Deutschlands stehen und den demokratischen Prozess greifbar machen. Das Projekt verbindet eine digitale Karte mit analogen Plaketten, um Demokratiegeschichte vor Ort erlebbar zu machen und zur Auseinandersetzung mit demokratischen Werten anzuregen.

Die „Karte der Demokratiegeschichte“ dokumentiert Orte, an denen deutsche Demokratie errungen, verteidigt, eingefordert und gestaltet wurde, an denen sich Menschen für Freiheit, Pluralismus und Mitbestimmung eingesetzt haben und an denen wir uns an Demokratiegeschichte(n) erinnern.

Auf der digitalen Karte sind derzeit 261 Orte in allen Teilen des Landes sichtbar, an denen Demokratiegeschichte geschrieben oder an die für Demokratie bedeutenden Ereignisse erinnert wird (Stand: 31.12.2025). Die Spannbreite reicht von bekannten Orten wie der Frankfurter Paulskirche und der Nikolaikirche in Leipzig zu bis zu weniger bekannten, aber ebenso bedeutenden Erinnerungs- und Ereignisorten wie dem St. Germanshofer Studentensturm, dem Funkhaus von Radio Bremen oder dem Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel. Die Vielfalt der Orte spiegelt die Vielfalt der Demokratie wider.

Wir entwickeln das Projekt seit 2024 weiter. Es wurde 2020 von der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte e. V. und dem Weimarer Republik e. V. initiiert.

Was ist Demokratiegeschichte?

Demokratiegeschichte untersucht historische Ereignisse, Prozesse, Organisationen und Institutionen, in denen Menschen für Grund- und Menschenrechte, Mitbestimmung, freie Wahlen, Parlamentarismus, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit gekämpft haben – unabhängig davon, ob diese Bemühungen im Einzelfall erfolgreich waren.

Wer sich mit der Geschichte der modernen Demokratie seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert auseinandersetzt, gewinnt ein tieferes Verständnis für Freiheit, Vielfalt und Rechtsstaatlichkeit – die Grundpfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens.

Was ist ein Ort der Demokratiegeschichte?

An vielen Orten haben Menschen die Entwicklung der Demokratie geprägt – kommunal, regional, föderal, europäisch und global. Die deutsche Demokratiegeschichte und ihre Orte sind dabei Teil einer gemeinsamen europäischen und globalen Demokratiegeschichte.

Für uns umfasst der Begriff „Orte“ sowohl geografische Ereignisorte (z. B. Versammlungsorte, Institutionen, Gebäude) als auch symbolische Erinnerungsorte, an denen sich das Gedächtnis an Demokratiegeschichte kristallisiert.

Es geht um Orte, an denen Menschen für Freiheit, Pluralismus und Mitbestimmung gekämpft haben; Orte, an denen Demokratie errungen, verteidigt, eingefordert und gestaltet wurde. Durch diese Orte wird der demokratische Prozess greifbar. Sie fördern interaktives Erinnern und geben Raum für Debatten, Diskurse und Impulse.

Wie kann ich mitmachen?

Ähnlich wie die Demokratie ist die „Karte der Demokratiegeschichte“ ein offener, fortlaufender Prozess. Sie wächst, entwickelt sich weiter und ermutigt, im kommunalen und regionalen Umfeld nach weiteren Orten zu suchen und neue Themenfelder der Demokratiegeschichte zu erschließen. Dabei wird sie sowohl durch das Engagement der Zivilgesellschaft – etwa durch Hinweise von engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort – als auch durch die kuratorische Arbeit von Expertinnen und Experten unserer Stiftung erweitert.

Machen Sie mit: Teilen Sie Ihre Vorschläge, bringen Sie Ihre Perspektiven ein und helfen Sie mit, die „Karte der Demokratiegeschichte“ zu erweitern. Schreiben Sie uns hierfür an demokratiegeschichte@dnb.de.